06.11.2023 Sollen Politik und Verwaltung steuern oder nur mitfahren?


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Sollen Politik und Verwaltung steuern oder nur mitfahren? 06.11.2023, 14:43 Uhr Zum Ausbau der Windenergie braucht es schnellstmöglich einen runden Tisch aller Menschen, so das Team Hatten. Ein Info-Abend in Munderloh zeigt, dass die Meinungen dazu ganz unterschiedlich sind. Informationen zur Windkraft HATTEN Die Energiewende in der Gemeinde Hatten aktiv mitgestalten Bürger sollten die Chance erhalten, die Energiewende in der Gemeinde Hatten mitzugestalten. Diese Meinung vertritt die Ratsfraktion von Team Hatten offensiv. Team Hatten Gemeinde Hatten - Während in den Gremien des Gemeinderates beim Ausbau der Windenergie in Hatten wenig bis gar keine Bewegung zu erkennen ist, schaffen potenzielle Investoren und Flächeneigentümer offenbar fleißig Fakten. Das ist eine Erkenntnis aus der Informationsveranstaltung, zu der das Team Hatten die Bürger jetzt in das Landgasthaus Brüers (Munderloh) eingeladen hatte.
Am Rande der Veranstaltung wurde inoffiziell bestätigt, dass mit der Reon AG, die bereits seit mehr als zehn Jahren Vorverträge besitzt, und der VR Energieprojekte Wildeshauser Geest GmbH zwei Projektierer im Bereich der Potenzialfläche „Hinterm Holz" bei Kirchhatten aktiv sind. Flächen für Windpark Offenbar so erfolgreich, dass ein dritter interessierter Projektierer aus Hannover die Einladung zur Teilnahme an der Informationsveranstaltung gar nicht mehr annahm. Auffällig war auch, dass anders als bei einem ersten Abend zum Thema Windenergieausbau, zu dem das Team Hatten im März dieses Jahres eingeladen hatte, deutlich weniger Bürger erschienen. Landrat Christian Pundt bestätigte auf Nachfrage, dass die Gemeinde Hatten mit ihrem aktuell gültigen Flächennutzungsplan grundsätzlich rechtssicher aufgestellt ist. Die Kommune könne nun auf die Raumordnungsplanung des Landkreises warten oder aber selbst aktiv werden und zusätzliche Flächen reinnehmen. Nach derzeitigem Stand konzentriert sich die Kreisverwaltung in Hatten auf zwei Flächen für den weiteren Ausbau der Windenergie: Hinterm Holz und an der Hatter Landstraße. Eine dritte Potenzialfläche liegt südöstlich des Dorfes Sandhatten. Mehr will die Kreisverwaltung auf Informationsveranstaltungen der Öffentlichkeit in Hatten und den anderen Gemeinden vorstellen. „Wir starten damit Anfang kommenden Jahres", so Pundt. Lenken statt Mitfahren Zumindest für das Team Hatten liegen die Vorteile, selbst die Initiative in der Gemeinde zu übernehmen, klar auf der Hand. Seine Forderung: Alle Beteiligten gehörten schnellstmöglich an einen runden Tisch. Hattens Bürgermeister sei gefordert, den Ausbau der Windenergieanlage „zügig, umsichtig und transparent voranzutreiben, um den Menschen, dem Klimaschutz und der Energiesicherheit zu dienen." Im Interesse der Bürger
dürfe die Gemeinde nicht nur „Fahrgast" bei dem Zukunftsthema sein. Die bestehende Ungewissheit schade sowohl Befürwortern als auch Gegnern der Windenergie. Walter Schleef verweist auf Hattens Nachbargemeinden: Wardenburg, Großenkneten, Wildeshausen und Ganderkesee haben in jüngerer Zeit konkrete Planungsverfahren eingeleitet. Neben ökologischen Aspekten geht es Team Hatten auch um das Ausgestalten der finanziellen Teilhabe an neuen Windkraftanlagen - sei es durch Investitionsmöglichkeiten oder auch günstigere Stromtarife. Zeit überreif? Wie die NWZ von Hattens Bürgermeister Guido Heinisch im Vorfeld erfahren hatte, konnte dieser aus persönlichen Gründen an der Versammlung nicht teilnehmen. Er werde rechtzeitig Hattens Bürger zu Informationsveranstaltungen einladen, so sein Versprechen. Noch sei der Zeitpunkt dafür nicht reif. Deutlich weniger geduldig als der Großteil des Rates und der Verwaltung scheinen dagegen die Flächeneigentümer „Hinterm Holz" zu sein. „Wir hampeln mittlerweile seit 2014 rum", klagte einer der Flächeneigentümer auf der Versammlung. Für einen runden Tisch mit Vertretern der Gemeindeverwaltung und Ratsfraktionen sei es längst zu spät. Die Projektierer sollten sich jetzt zusammensetzen und das weitere Vorgehen klären, so seine Meinung. Kreise im Vergleich Im Landkreis Oldenburg sind derzeit 120 Windenergieanlagen (319.130 Kilowatt) installiert. Zum Vergleich: Landkreis Cloppenburg 269 WEA (492.751 kW), Diepholz 406 (835.891 kW), Emsland 514 WEA (1.146.844 kW) und Vechta 72 WEA (164.810 kW). Quelle: Marktstammdatenregister, Stand: 18. Oktober 2023. Diesen Artikel teilen oder kommentieren



