Pressevon Simon Kiel

Enger beieinander als gedacht

Enger beieinander als gedacht
22.09.2022
Volltext aus dem Zeitungsausschnitt (automatisch per OCR erkannt – ungeprüft)

Enger beieinander als gedacht WINDENERGIE Team Hatten und Grüne über ihre Abstimmung VON WERNER FADEMRECHT GEMEINDE HATTEN - Der sprecher des „Team Hatten", Walter Schleef, unterstreicht die Bedeutung des von ihm in die Beratungen des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt eingebrachten Antrages zum Forcieren der Nutzung erneuerbarer Energien. „Sieben Jahre — so lange können wir im derzeitigen Tempo noch C02 ausstoßen, bis das 1,5-Grad-Ziel gerissen wird." Im Ausschuss hatte es allerdings keine Mehrheit für den Antrag gegeben, der sich neben dem Ausbau der Windenergie und Photovoltaik auch für geänderte Bauleitplanung und Flächennutzungspläne aussprach. Schleef bleibt ECHO dabei: Das Angebot an erneuerbarer Energie müsse dringend erhöht werden. Beherztes Handeln sei dringend erforderlich. „Die Energiewende wird vor allem vom ländlichen Raum getragen. Hier ist der Platz dafür. Die Bürger wollen einen Beitrag leisten. Die Ortsparteien wollen nicht", so der Hatterwüstinger. Dem widerspricht der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Johannes große Beilage. Er erläuterte im Gespräch mit der NWZ die Gründe, warum der Antrag des „Team Hatten" nicht von seiner Fraktion im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt unterstützt worden war. Für das Gemeindegebiet seien bereits potenzielle Erweiterungsflä- 8. Der Windpark an der Hatter Landstraße BILD: WERNER FADEMRECHT chen an der Hatter Landstraße, in Richtung Helmerweg bekannt. Auch für den von einem Investor (REON) wieder ins Gespräch gebrachten Standort Hinterm Holz in Kirchhatten lägen schon standörtliche Planungsdaten vor. Sofern insgesamt gewollt, ließe sich bereits in diesen beiden Bereichen direkt ein Ausbau der Windenergie viel schneller realisieren, als jetzt erneut in eine grundsätzliche Flächennutzungsplanung einzusteigen. Anteil soll steigen Zum Hintergrund: Anfang Juli hatte die Bundesregierung mit dem sogenannten „Osterpaket" Gesetze rund um die erneuerbaren Energien beschlossen. Der Strombedarf soll bereits in sieben Jahren zu 80 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Für Team-Hatten-Sprecher Schleef ist damit klar: „Wollen die Bürger bestimmen, wo die Windräder stehen, muss die Gemeinde dies planen. Unterlässt sie dies, wird es uns so gehen wie mit den Mobilfunkmasten. Sie dürfen überall im Außenbereich errichtet werden." Statt bisher 0,8 Prozent sollen künftig zwei Prozent der Bundesfläche für die Windenergienutzung eingesetzt werden. In der Gemeinde Hatten beträgt der Anteil derzeit 0,85 Prozent. Gegenwärtig seien Menschen und Unternehmen durch explodierende Energiekosten akut in ihrer Existenz gefährdet. Kohlekraftwerke würden wieder in Betrieb genommen, das Klima zusätzlich geschädigt. All dies würden Entlastungspakete nicht auffangen, so Schleef. „Jetzt muss der versprochene Fortschritt in Form der Energiewende her." Auch finanziell gebe es keine Gründe, das nicht zu tun. Ein aktuelles Angebot sage der Gemeinde Einnahmen von etwa 800 ooo Euro jährlich voraus. Bürgerbeteiligungen wären möglich. Zusammenfassend lässt sich sagen: Sowohl Grüne als auch Team Hatten wollen anscheinend mehr Windenergie, auch in Hatten. Nur die Vorgehensweise unterscheidet sich deutlich.

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