Erfolg ist auch eine Frage des Tempos


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Erfolg ist auch eine Frage des Tempos 13.03.2023, 14:56 Uhr Der Windkraftausbau beschäftigt seit Monaten die Hatter Ratsgremien. Keine Fraktion drückt dabei so aufs Tempo wie das Team Hatten. Die Gründe und Chancen waren Thema einer Versammlung in Munderloh. Das Interesse an dem Thema Windkraftausbau in Hatten ist in Munderloh, hier der große Saal des Landgasthauses Brüers, zweifellos vorhanden. Stephan Behrens/privat Munderloh/Hatten - Die Ratsfraktion des Teams Hatten plant, mit einem neuen Antrag deutlich mehr Tempo im Windkraftausbau in der Gemeinde Hatten zu erzwingen. Ziel sei es, eine bereits identifizierte Potenzialfläche auszuweisen, so Walter Schleef auf einer Bürgerversammlung im Landgasthaus Brüers in Munderloh. Dabei könnte es sich um die Fläche „Hinterm Holz" bei Kirchhatten handeln, war seinem Vortrag zu entnehmen. Das Interesse, wie es mit der Windkraft in der Gemeinde
Hatten weitergeht, ist groß. Das zeigte die gute Beteiligung trotz des heftigen Wintereinbruchs am Freitagabend. Unter den knapp 100 Zuhörern befanden sich auch ein paar Vertreter der Ratsfraktionen von SPD, CDU, FDP und Freien Wählern. Team Hatten Die Zeit drängt - nicht nur nach Auffassung des Teams Hatten. Da die Landesregierung bis 2026 die Windkraft auf einer Fläche von 2,2 Prozent realisieren will, müsse schnellstens mit der Ausweisung von Flächen für die Windenergie begonnen werden, um eine enge Beteiligung der Bürger zu sichern, so der Team-Hatten-Sprecher. Das sollte parallel zu der laufenden Arbeit der Kreisverwaltung erfolgen. So werde der Planungsprozess wirksam verkürzt. „Warten wir auf die Vorgaben des Landkreises, lassen wir zu viel Zeit ungenutzt verstreichen", so Schleef. Die Gemeinde Hatten - derzeit 0,85 Prozent Windkraftfläche - verliere alle Trümpfe (Bürgerbeteiligung, Wertschöpfung, Raumordnung) gegenüber potenziellen Investoren, falls die Planungen nicht zu den gesetzlich festgelegten Terminen abgeschlossen sein würden. Bund und Land Die Signale, die seitens der Bundes- und Landesregierung gegeben wurden, sind eindeutig. Das Tempo soll und wird sich in den nächsten Jahren drastisch erhöhen. Im Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (Paragraf 2) heißt es: „Die Errichtung und der Betrieb von Anlagen sowie den dazugehörigen Nebenanlagen liegen im überragenden öffentlichen Interesse und dienen der öffentlichen Sicherheit. (...) Bis die Stromerzeugung im Bundesgebiet nahezu treibhausgasneutral ist, sollen die erneuerbaren Energien als vorrangiger Belang in die jeweils durchzuführenden Schutzgüterabwägungen eingebracht werden." SPD Hatten
Axel Brammer betonte den Hatter SPD-Standpunkt, dass vor einem Ausbau der Windenergie zuerst Speicher und Stromtrassen ausgebaut werden müssten und der Natur- und Landschaftsschutz nicht vergessen werden dürfe. „Wir sind in der Sache gar nicht weit auseinander", so der SPD-Ratsherr. Den Vorwurf, seine Fraktion habe bislang nichts im Rat beantragt, das zur Beteiligung der Bürger beim Thema Windenergie beitrage, musste er sich allerdings gefallen lassen. Abstimmungsgespräche zwischen den Verwaltungen von Gemeinde und Landkreis seien eben keine Bürgerbeteiligung. Die Bürger „Wir können nicht verstehen, dass es im Gemeindegebiet nicht weitergeht", so Ernst Steenken, einer der Anwohner „Hinterm Holz". Die Menschen, das betreffe auch Gegner des Projektes, bräuchten vor allem Planungssicherheit und keine weiteren Jahre als Hängepartie. Hartmut Fröling vom Klimazentrum Kirchhatten fordert: „Bürgerbeteiligung muss konkret sein und den Menschen erlauben, sich materiell zu beteiligen." 2011 sei eine angestrebte Bürgergenossenschaft im Zuge des Windparks Hatter Landstraße vom damaligen Rat ausgehebelt worden. „Obwohl die EWE als Investor einverstanden gewesen wäre!' Ein Meinunsgbild Auch nach einer Bürgerversammlung wie jetzt in Munderloh ist es schwer, verlässlich ein Meinungsbild der Menschen zu erhalten. Die Erfahrung besagt allerdings, dass die Akzeptanz immer größer ist, wenn jeder die Chance erhält, von neuen Windkraftanlagen zu profitieren und nicht nur wenige. So gesehen, wäre ein Genossenschaftsmodell bzw. Bürgerwindpark, mit dem auch die CDU liebäugelt, eine gute Option. Vielleicht sind die Bürger sowieso weiter, als so manches Ratsmitglied. „Wir reden von der Windenergie wie von der Pest, die über uns kommt. Seht das doch als Chance!" appellierte der Sandkruger Franz Nieper an die Zuhörer. Im Interesse ihrer Bürger müsse die Gemeinde jetzt aktiv werden und nicht abwarten.



