Pressevon Simon Kiel

Kein Gewerbe in der Feuerwache

Kein Gewerbe in der Feuerwache
24.12.2021
Volltext aus dem Zeitungsausschnitt (automatisch per OCR erkannt – ungeprüft)

Kein Gewerbe in der Feuerwache ORTSENTWICKLUNG Ratsmehrheit stimmt für „Bürgerhaus" — Entscheid damit hinfällig VON WERNER FADEMRECHT KIRCHHATTEN/SANDKRUG - Die alte Feuerwache an der Bümmersteder Straße steht seit über einem Jahr leer. Die Feuerwehr zog bereits im Juli 2020 an den Mühlenweg. Kurzfristig konnte die Gemeinde froh sein, hier den Maltesern Platz für ein Corona-Testzentrum anbieten zu können. Aber natürlich war allen in Verwaltung und Politik klar, dass eine Entscheidung her musste in der Frage: Was passiert an diesem Standort? Mit 16 Ja-Stimmen Der Rat hat am Mittwoch in einer vierstündigen Sitzung eine Richtungsentscheidung getroffen. Mit 16 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung und 14 Gegenstimmen sprach sich eine hauchdünne Mehrheit für die Übernahme eines Bürgerbegehrens aus. Das heißt, es gilt ab sofort wieder das Ziel, aus dem Haus Nr. 4 an der Bümmersteder Straße ein ,Bürgerhaus" zu machen. Wieder, weil bereits im alten Rat dafür fast eine Mehrheit vorhanden war. In Anführungszeichen steht das „Bürgerhaus", weil zum jetzigen Zeitpunkt nicht wirklich klar ist, was das bedeuten wird. Das Haus solle doch wohl eher Vereinen und Gruppen dienen, erinnerte Benjamin Stanke (FDP) an die bislang öffentlich genannte Zielrichtung. „Dann sollte man es aber auch so benennen." Hier würden bei vielen Bürgern nur falsche Erwartungen geweckt, selber das Haus nutzen zu können. KOMMENTAR Werner Fademrecht über den Ratsbeschluss zum „Bürgerhaus" Kosten unbekannt Vor allem die Reha-Sport-Gemeinschaft Hatten hat seit langem klares Interesse angemeldet, einen Teil der Räume — z. B. als Büro und Trainingsstätte — zu nutzen. Die SPD- Fraktion weist aber die Darstellung zurück, das „Bürgerhaus" solle lediglich einem Verein zugutekommen. Fakt ist: Der Rat hat jetzt vor allem Bürgermeister im Mittelpunkt er Hatter Gemeinderat hat mit hauchdünner Mehrheit sich das Bürgerbegehren zu eigen gemacht. SPD und Grüne können sich freuen, gelang es ihnen, gemeinsam einen Antrag durchzubringen, der im alten Rat mehrfach gescheitert war. Das haben sie nicht zuletzt Hattens neuem Bürgermeister zu verdanken, der mit seiner Ja- Stimme gleich zu Beginn der namentlichen Abstimmung die Richtung vorgab. Die Tatsache, dass Guido Heinisch in einer ansonsten in alphabetischer Reihenfolge vorgenommenen Stimmabgabe als allererster dazu aufgefordert wurde, ist allerdings erstaunlich. Sie rückt ihn noch stärker in den Mittelpunkt dieser Entscheidung, als er es sowieso schon war. @ Den Autor erreichen Sie unter Fademrecht@infoautor.de entschieden, was aus der alten Feuerwache nicht werden soll — kein Gewerbestandort, der Geld in die Kassen der Gemeinde gespült hätte. Die Bürgerinitiative habe keinerlei konkretes und somit beweisbares Konzept vorgelegt, kritisiert FDP-Fraktionssprecher Stephan Möller. Walter Schleef, Sprecher des „Team Hatten", warnt: „Niemand weiß, welche Belastungen auf die Gemeindekasse zukommen werden, welche Verdrängungseffekte es auf die Bekämpfung der angespannten Personallage bei der Kinderbetreuung oder Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz haben wird." Dagegen Susann Kügler (Grüne): ,Die Frage muss lauten, wie können wir uns das leisten, nicht ob!" Eine seriöse Kostenabschätzung sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, da es noch kein klares Konzept gebe, hatte vor der Abstimmung Bürgermeister Guido Heinisch in seinem Bericht betont. Auf eine Förderung aus Mitteln der Dorferneuerung darf die Gemeinde nicht mehr hoffen. Es bleibe die Chance einer alternativen Förderung, allerdings nicht als Sportstätte.

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