Neues Ziel: Bürger und Vereine Tür an Tür


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Neues Ziel: Bürger und Vereine Tür an Tür ALTE FEUERWACHE Gemeinde Hatten plant zwei Förderanträge für Millionenprojekt in Sandkrug VON WERNER FADEMRECHT SANDKRUG - Die Nachnutzung der alten Feuerwache dürfte nach derzeitigem Stand mindestens 1,5 Millionen Euro kosten. So viel würde nach Berechnungen des Oldenburger Planungsbüros NWP der Umbau des Gebäudes an der Bümmersteder Straße 4 kosten. Im günstigsten Fall könnte die Gemeinde Hatten als Eigentümer der Immobilie dafür eine Förderung in Höhe von 65 Prozent der Gesamtkosten erhalten. Um diese Quote zu erreichen, muss die Gemeinde allerdings zwei unabhängige Anträge stellen. Einmal für den „historischen" Teil des Gebäudes inklusive Turm und Wohnung im Obergeschoss, einmal für das Umgestalten der 20 Jahre alten Fahrzeughalle. Ersterer würde dann — passend zu einem entsprechenden Ratsbeschluss — zum Bürgerhaus" werden, letztere zum „Haus der Vereine". Eine Garantie, dass beide Anträge genehmigt werden, gibt es nicht. Stichtag für die Anträge ist der 30. September dieses Jahres. Die Zeit drängt also. Etwa vor neun Jahren hatte ein Arbeitskreis für die Dorfentwicklung im Raum Sand- Die alte Feuerwache in Sandkrug: Noch sind Fragen zur Wärmedämmung und Statik des Daches im Hinblick auf Photovoltaik unbeantwortet. krug sich bereits mit einer Nachnutzung der Feuerwache beschäftigt, erinnerte NWP- Planerin Christine Müller. Reicht das Geld? Die Kosten seien damals auf 1,2 Millionen Euro geschätzt worden. Ob die jetzt genannten 1,5 Millionen Euro am Ende wirklich ausreichen werden, darüber herrschte im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt deshalb auch keine Einigkeit. BILD: WERNER FADEMRECHT Unstrittig ist dagegen, dass es großen Sanierungsbedarf im gesamten Gebäudekomplex gibt. Die relativ junge Fahrzeughalle müsste vor allem energetisch viel besser ausgestattet sein, um künftig Vereinen für Versammlungen oder Trainingsstunden im ganzen Jahr zur Verfügung zu stehen. Im alten Gebäudeteil sind die Fenster nicht mehr in Ordnung, auch die Wärmedämmung entspricht, wen wundert es, nicht den modernen Ansprüchen, geschweige denn die Heizungsanlage. Andererseits sieht NWP gute Chancen, dass die Gemeinde für einen Umbau viele Punkte im Ranking des Amtes für regionale Landesentwicklung und damit auch Fördergelder erhält. Nötig sei dafür allerdings der Verzicht auf fossile Energieträger und ein modernes Wassermanagement. „Sie müssen richtig etwas tun im Bereich des Klimaschutzes' , unterstrich Christine Müller. Viele offene Fragen Pluspunkte gäbe es auch für das Schaffen von Arbeitsplätzen, zum Beispiel einen Hausmeister und Jugendpfleger, die künftig dort tätig wären. Der weitere Zeitplan könnte im Idealfall so aussehen, dass nach Veröffentli- Chung des Ranking der Förderprojekte unmittelbar danach, eine positive Zusage vorausgesetzt, mit einer genauen Planung des Objektes begonnen wird. Zum jetzigen Zeitpunkt sind noch einige Fragen offen: Reicht die Statik des Daches aus, um künftig Photovoltaik- Module zu tragen? Wie gut ist die Dämmung in den Wänden und im Dachbereich? Wird es möglich sein, einen Weg zum Bahnhofsparkplatz anzulegen — denn auf dem eigentlichen Grundstück wäre für sie nicht ausreichend Platz? Thema Folgekosten Während SPD und Grüne den vorgeschlagenen Weg begrüßen, warnt CDU-Fraktionsvorsitzender Adolf Oltmann vor den Folgekosten für die Kommune. Für das Team Hatten kritisiert Walter Schleef, 1,5 Millionen Euro für freiwillige Leistungen auszugeben, passe nicht mehr in die heutige Zeit, die Gemeinde verstößt damit seiner Meinung nach gegen Haushaltsrecht. Außerdem sei durch den Ratsbeschluss nur ein Bürgerhaus, nicht aber ein Haus der Vereine, abgedeckt. SPD-Ratsherr Hajo Töllner betont dagegen, seine Fraktion stehe ganz klar hinter dem Projekt. Für den durchaus denkbaren Fall, dass nur einer der beiden Förderanträge grünes Licht bekommt, könne die Gemeinde dennoch ihre Pläne „abspecken" und beide Gebäudehälften umgestalten, meint NWP-Planerin Müller. Dies begrüßt Johannes große Beilage (Grüne). „Wir machen auf beiden Seiten etwas und spielen nichts gegeneinander aus."



